Die Apokalypse
Die Offenbarung des Johannes ist das letzte Buch der Bibel und das einzige, das durchgehend von der Zukunft handelt. Geschrieben wurde sie um das Jahr 95 auf der Insel Patmos, in einer Zeit der Christenverfolgung — und gelesen wird sie seither in jeder Epoche neu auf deren eigene Katastrophen hin. Wer heute nach dem Dritten Weltkrieg in der Bibel fragt, landet unweigerlich hier: bei den Reitern, den Posaunen und den Zornschalen.
Dabei ist Vorsicht geboten. Die Offenbarung nennt keine Länder, keine Waffen und kein Datum. Sie arbeitet mit Bildern, deren Deutung sich über die Jahrhunderte immer wieder verschoben hat — was einem Leser des 16. Jahrhunderts als Erfüllung galt, gilt heute als überholt. Die Bilder selbst aber sind auffallend beständig: ein Krieg, der den Frieden von der Erde nimmt; eine Herrschaft, die über Kaufen und Verkaufen entscheidet; ein Gericht, das kein Mensch aufhält.
Diese Seite stellt die großen Abschnitte in ihrer Reihenfolge dar — die sieben Siegel, die sieben Posaunen, die beiden Tiere, das Malzeichen mit der Zahl 666, die sieben Zornschalen und den Ausgang: den neuen Himmel und die neue Erde. Was Seher wie Alois Irlmaier über den kommenden Krieg berichten, ist an diesen Texten zu prüfen, nicht umgekehrt.
Das Lamm öffnet die Siegel der Schriftrolle, und die Reiter der Apokalypse ziehen aus.
Ein Reiter mit Bogen und Krone zieht aus, zu siegen.
Ihm wird gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass die Menschen einander erwürgen — ein großes Schwert.
III
Eine Waage in der Hand: Teuerung und Hunger, ein Maß Weizen um einen Groschen.
Sein Reiter heißt Tod, und die Hölle folgt ihm; Macht über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert, Hunger und Pest.
Unter dem Altar rufen die Erschlagenen um Gerechtigkeit und empfangen weiße Kleider.
Die Sonne wird schwarz, der Mond wie Blut, die Sterne fallen; die Könige der Erde verbergen sich.
VII
Eine halbe Stunde Stille — dann werden die sieben Posaunen bereitet.
Mit Blut vermengt fällt es auf die Erde; der dritte Teil der Bäume und alles grüne Gras verbrennt.
Ins Meer geworfen — der dritte Teil des Meeres wird Blut, der dritte Teil der Geschöpfe stirbt.
Er fällt auf Flüsse und Quellen; der dritte Teil der Wasser wird bitter, viele Menschen sterben.
Der dritte Teil von Sonne, Mond und Sternen wird verfinstert.
Aus dem Rauch des Abgrunds kommen Heuschrecken mit Skorpionsmacht; sie quälen die Menschen fünf Monate.
Vier Engel werden losgelassen; ein Heer von zweihundert Millionen tötet den dritten Teil der Menschen.
„Die Reiche der Welt sind unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit."
„Und ich will meine zwei Zeugen geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertsechzig Tage, angetan mit Säcken."
Offenbarung 11,3
Zwei Propheten treten auf — mit Macht, den Himmel zu verschließen, die Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde mit jeder Plage zu schlagen. Feuer geht aus ihrem Mund gegen ihre Feinde. Das Tier aus dem Abgrund tötet sie; doch nach dreieinhalb Tagen fährt der Geist des Lebens in sie, und sie steigen auf gen Himmel.
Aus dem Meer steigt ein Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, voller Namen der Lästerung. Ihm wird Macht gegeben über zweiundvierzig Monate, und alle Bewohner der Erde beten es an.
Ein zweites Tier steigt aus der Erde, mit zwei Hörnern wie ein Lamm, doch es redet wie ein Drache — der falsche Prophet. Es tut große Zeichen und lässt Feuer vom Himmel fallen, um die Menschen zu verführen.
Es macht ein Bild des ersten Tieres und gibt ihm Geist, dass das Bild rede; und wer das Bild nicht anbetet, soll getötet werden. Und es zwingt allen das Malzeichen auf.
„Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte, sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn."
Offenbarung 13,16
Die Offenbarung des Johannes kündigt in ihrem dreizehnten Kapitel ein System an, das den ganzen Menschen zeichnet: Niemand soll mehr kaufen oder verkaufen können, der nicht das Malzeichen des Tieres trägt — an der rechten Hand oder an der Stirn. Es ist die vollkommene Kontrolle über Handel, Besitz und Leben.
Manche erkennen in den Entwicklungen unserer Zeit die Richtung dieser Prophezeiung: die Abschaffung des Bargelds, die digitale Identität, die lückenlose Erfassung — bis hin zu Technologien wie dem unter die Haut gesetzten „Quantum-Dot-Tattoo", das Daten im Körper des Menschen speichert. Ob als Deutung oder als Warnung: Die Schrift ruft, wachsam zu bleiben und sich nicht zeichnen zu lassen.
Auf die Menschen, die das Malzeichen des Tieres tragen und sein Bild anbeten.
Wie das Blut eines Toten; alles Leben im Meer stirbt.
Die Wasserquellen werden zu Blut — Gericht über die, die Blut vergossen haben.
Es wird der Sonne gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen.
Über den Thron des Tieres; sein Reich wird verfinstert, die Menschen zerbeißen ihre Zungen vor Schmerz.
Ein Weg wird bereitet den Königen vom Aufgang der Sonne — zur Schlacht von Harmagedon.
Ein großes Erdbeben, wie keines war; die große Stadt Babylon fällt, mit Blitzen, Donner und gewaltigem Hagel.
„Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig."
Offenbarung 13,18
Es ist nicht das Ende der Welt. Nach der Verheißung Jesu greift Gott ein und verkürzt die Tage, „sonst würde kein Mensch selig" (Matthäus 24,22) — der nukleare Untergang wird aufgehalten, ehe die Menschheit sich selbst auslöscht. Doch viele Menschenleben müssen fallen, und was bleibt, ist ein Neuanfang der Menschheitsgeschichte.
Der Seher Alois Irlmaier schaute das Ende des Krieges so: „Finster wird es werden an einem Tag. Dann bricht ein Hagelschlag aus mit Blitz und Donner, und ein Erdbeben schüttelt die Erde." Ein giftiger Staub geht um — „wer den Staub einschnauft, kriegt einen Krampf und stirbt". Man solle die Fenster mit schwarzem Papier verhängen, die geweihte Kerze brennen lassen, drinnen bleiben und beten. „Nach 72 Stunden ist alles wieder vorbei."
„Und sie wurden lebendig und regierten mit Christo tausend Jahre. Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung."
Offenbarung 20,4–6
Nach der Apokalypse beginnt, was die Propheten seit jeher ersehnt haben: das Tausendjährige Reich. Christus herrscht mit den Gerechten, der Satan ist gebunden, und das Königreich Gottes bricht an — das Heilige Reich des Friedens, auf das die ganze Schöpfung gewartet hat.
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen."
Offenbarung 21,1
Wer bis ans Ende wachet und ausharret, dem gilt die Verheißung: nicht der Untergang, sondern der neue Himmel und die neue Erde. Das Ende der Prophezeiung ist nicht die Finsternis, sondern das Licht.
Finis